Gerhard Nopp, Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft

Wohnblicke, April 2019

Gerhard Nopp, Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft

Auf welches Projekt/Objekt Ihres Unternehmens sind Sie besonders stolz? Und was macht diesen Bau/dieses Projekt großartig?

Wir haben unser kleineres Wohnbau-Projekt in Deutschlandsberg am Narzissenweg mit einem neuen System (Prototyp) der Warmwasserbereitung mittels PV-Anlage ausgestattet. Die PV-Anlage speist direkt die Wasserboiler sodass ein Zukauf von Strom aus dem Netz nur in geringer Weise erfolgen muss. Die Betriebskosten sind damit auf ein Minimum reduziert und auch die Herstellkosten sind vergleichbar mit anderen Systemen. Die Anlage läuft seit 3 Jahren und wir haben nur die besten Erfahrungen damit gemacht. Zukünftig wollen wir dieses System in weiteren Bauvorhaben wieder einbauen.

Die Gemeinnützigen bauen für Familien ebenso wie für Studierende oder Senioren. Wo sehen Sie den größten Bedarf? (Bei welchen Bevölkerungsgruppen, in welchen Regionen etc.)

Wir sind wie die meisten Mitbewerber auch im Großraum Graz und im Speckgürtel von Graz tätig. Spezialisiert haben wir uns auf reinen Wohnbau. Betreutes Wohnen oder ähnliche Bauten haben wir derzeit nicht im Programm. Wir bauen in der Regel für alle Haushaltsgrößen. Der Bedarf ist unserer Erfahrung nach überall ähnlich. Es gibt keine Gruppe, die man hier herausnehmen kann. Wichtig ist, dass es leistbares Wohnen bleibt.

Und das ist nicht einfach. Die Grundstückskosten und auch die Baupreise sind extrem gestiegen. Es ist dadurch schwierig leistbares Wohnen noch anbieten zu können.

Dass die Baupreise oder die Grundstückspreise nach unten gehen werden, sehen wir in absehbarer Zukunft nicht. Das macht es schwer bis unmöglich geförderten Wohnbau mit den derzeitigen Bedingungen zu realisieren. Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Zukünftig wird vielleicht verstärkt freifinanziert werden müssen, was schade ist.

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung werden immer wichtiger. Wie spielt das bei Ihnen in neue Projekte oder aber auch in die Verwaltung hinein?

Das spielt zum Beispiel in das Projekt am Narzissenweg hinein. Da haben wir versucht – und das ist uns gut gelungen – ein System zu integrieren, das so wenig Energie wie möglich verbraucht.

Wir versuchen immer, aus Ressourcensicht, einfach zu bauen und doch so, dass wir den gewünschten Erfolg verzeichnen können.

Wir achten auf gute Bauqualität, weil das die Langlebigkeit der Gebäude garantiert.

Wir versuchen auch nicht übermäßig viel an Technik zu verwenden. Unser Motto ist dabei „So wenig Technik als möglich, aber doch so viel als nötig“ und da ist es seitens des Gesetzgebers wichtig, dass wir nicht zu viele Auflagen auferlegt bekommen. Zu viel Technik kann zu Problemen führen, vor allem im Hinblick auf die Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Wartung. All das verursacht im Lebenszyklus der Immobilie Kosten, die der Mieter/Eigentümer wieder zu tragen hat.

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