Wohnblicke – das aktuelle Interview

Über besondere Projekte und nachhaltiges Bauen spricht BM Ing. Jürgen Posch von „Die Frohnleitner“, Gemeinnütziges steirisches Wohnungsunternehmen GesmbH.

BM Ing. Jürgen Posch, Die Frohnleitner, Gemeinnütziges Steirisches Wohnungsunternehmen GesmbH

BM Ing. Juergen Posch, Die Frohnleitner Gemeinnütziges steirisches Wohnungsunternehmen GesmbH
(Fotocredit: Florian Rogner)

Auf welches Projekt Ihres Unternehmens sind Sie derzeit besonders stolz und was dieses großartig?

Bei den fertig umgesetzten Bauten gibt es den Holzbau in Trofaiach mit 15 Wohneinheiten und in Vorbereitung das Projekt in Peggau am Ulmenweg.

Der Holzbau in Trofaiach steht mitten am Hauptplatz und wurde mit den örtlichen Firmen umgesetzt. Es ist nicht unser erstes Projekt im Holzbau. Wir sind hier Vorreiter. Das erste Holzbauprojekt entstand im Jahre 1998. Seither haben wir 23 Holzbauobjekte mit insgesamt 260 Wohneinheiten errichtet. Das besondere Merkmal für den Bau in Trofaiach, ist seine besondere Art der Holzdecke, die XC-Verbunddecke. Das ist eine Holzbetonverbunddecke, die bessere Dämmwerte erzielt. Weiter benötigt man keine abgehängte Gipskartondecke und kann die Holzdecke in Sicht lassen.

Peggau Ulmenweg ist ein großes Bauvorhaben mit ca. 73 Wohnungen, das aus einem geladenen Architektenwettbewerb mit dem Land Steiermark resultiert.

Die Gemeinnützigen Unternehmen bauen für Familien ebenso wie für Studierende oder Senioren. Wo sehen Sie den größten Bedarf?

Das ist schwierig an einer Gesellschaftsschicht festzumachen. Bei Jungfamilien gibt es einen größeren Bedarf aber genauso auch bei den Senioren. Jungfamilien benötigen günstigere Mieten. Projekte für Jungfamilien werden auch mit einem Sonderkontingent gefördert, dadurch werden die Mieten leistbar. Eine Voraussetzung ist, dass es keine Belastung durch Grundkosten gibt. Und das setzt wiederum voraus, dass es leistbare Grundstücke sind, dort, wo sich Jungfamilien niederlassen.

Die Notwendigkeit auf leistbare Grundstücke zurückgreifen zu können wird zukünftig für den Gemeinnützigen Wohnbau ein sehr wichtiges Thema sein. Es gibt verschiedene politische Ansätze, wie man das regeln kann. Bisher ist aber noch keiner umgesetzt. Ich glaube, in 2 Bundesländern läuft gerade ein Versuch, leistbare Grundstücke über die Raumplanung einzuteilen. Das wäre aus meiner Sicht sinnvoll für die Gemeinden und die Gemeinnützigen Wohnbauunternehmen, so günstige Grundstücke für den geförderten Wohnbau erhalten zu können.

Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung werden immer wichtiger. Wie spielt das bei Ihnen in neue Projekte oder aber auch in die Verwaltung hinein?

Das spielt bei der Sanierungsförderung insofern eine Rolle, als dass es Ökoanreizmodelle gibt. Das heißt, es wird so gebaut bzw. saniert, dass man nach dem Lebenszyklus des Baustoffes diesen auch wieder recyceln kann.

Im Neubau liegt der Fokus auf den Holzbauten. Die sind besser, da der Erstressourceneinsatz effizienter ist und bei einem Rückbau der Baustoff Holz auch besser zu verwerten ist. Zum Beispiel als Brennstoff. Da muss allerdings darauf geachtet werden, dass keine ineinander verklebten Verbundsysteme verwendet werden, da diese nur mit hohem Aufwand getrennt werden können bzw. als Restmüll entsorgt werden müssen.