Wohnblicke – das aktuelle Interview

Über aktuelle Herausforderungen und Wohntrends spricht Rudolf Haidenhofer von der Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten Kindberg im Interview.

Rudolf Haidenhofer, Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten Kindberg

Vor welchen Herausforderungen steht die Siedlungsgenossenschaft Kindberg aktuell?

Eine aktuelle Herausforderung ist die Schere zwischen den Kosten und der Förderhöhe. Es wird immer schwieriger, Bauten umzusetzen, da die Bau- und Grundstückskosten stark steigen und Förder(ungen)sätze vom Land nicht erhöht werden.

Weiters ist die generelle Kostenlawine, auch in der Verwaltung, herausfordernd. U. a. sind das die Kosten, die durch die Prüftätigkeit des Verbandes anfallen. Dadurch wird es für uns teurer und schwer, die Kosten zu stemmen. Wir fahren an der Wirtschaftlichkeitsgrenze, das heißt, wenn wir nicht bauen, dann können wir nicht ausgeglichen bilanzieren. Helfen würde auch die Vereinfachung des Prüfungsprozesses.

Zusätzliche Erschwernis entsteht durch die komplizierten Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung. Das allgemeine Datenhandling ist dadurch schwierig und auch der Grenzgang beim Anbieten von Services. Auf der einen Seite brauche ich Daten der Eigentümer und Mieter, auf der anderen Seite ist es schwer zu wissen, ob man diese noch speichern darf. Man weiß aktuell nicht, wie sich das entwickelt.
Wünschenswert wäre es, hier eine rechtliche Sicherheit und mehr Beratung und Unterstützung vom Verband oder dem Land zu bekommen.

Wohnen unterliegt seit einiger Zeit einem Wandel. Wie nehmen Sie die Veränderungen wahr?

Bei uns am Land sind die Änderungen nicht so gravierend. Nach wie vor ist geförderter, günstiger Wohnraum gefragt. Wir haben hier keine Auslastungsprobleme. Es sollten aber die Grenzen der subjektiven Förderfähigkeit überdacht werden.

Generell gibt es einen Wandel innerhalb der Genossenschaft. Überlegt wird, ob man sich am Sanierungssektor mehr engagiert und die Bausubstanz in den Zentren attraktiver macht. Das Zentrum der Städte soll wieder bewohnbar und leistbar sein. Hier gibt es schon Ansätze.

Spielt Digitalisierung im gemeinnützigen Wohnbau eine Rolle?

Gerade für eine kleine Genossenschaft ist es eine finanzielle Herausforderung das System auf digital umzustellen. Seit einem knappen Jahr habe ich das bei uns übernommen und bin dabei, soweit finanziell und zeitlich möglich, auch die Neubauten und den Bestand digital zu erfassen.
Das ist bei einer kleinen Genossenschaft eine große Herausforderung – Geräte, Sicherheit und Software müssen neu aufgebaut werden.

Welches Projekt war aus Ihrer sich ein ganz besonderes?

Die Sanierung eines Mehrfamilienwohnhauses in der Hammerbachgasse 33 in Kindberg war ein großes und erfolgreiches Projekt und generell die Neubauten. Auch Maisonettwohnungen, die gerade sehr gefragt sind, haben wir kürzlich erfolgreich übergeben. Wir bieten diese in einer Miet-Kauf-Variante an.