Wohnblicke – das aktuelle Interview

Wie verändert sich das Wohnen? Welche Rolle spielt Digitalisierung im gemeinnützigen Wohnbau? Diese und weitere Fragen beantwortet Joachim Egger von der „Leykam“ Gemeinnützige Wohn-, Bau- und Siedlungsgesellschaft m.b.H. im Interview.

Joachim Egger, „Leykam“ Gemeinnützige Wohn-, Bau- und Siedlungsgesellschaft m.b.H.

Vor welchen Herausforderungen steht die Leykam aktuell?

Wir müssen darauf achten, dass wir regelmäßig Bautätigkeit haben und dafür geeignete Grundstücke vorhanden sind. Die Herausforderung dabei ist, dass die Grundstücke vom Land Steiermark als förderungswürdig eingestuft werden. Wir haben derzeit rund 60.000 m² an Grundstücken, die nicht mehr förderungswürdig sind – sei es, weil der Nahversorger oder die Schule zu weit entfernt sind. Wenn die Distanzen zu weit sind, fehlt die entsprechende Basis für die Förderwürdigkeit, obwohl heutzutage jeder mit dem Auto zum Kaufhaus fährt.

Dann kann nur noch frei finanziert gebaut werden, was natürlich entsprechend teuer ist. Leider haben wir in diesen Wohnungen eine sehr hohe Fluktuation, weil die Wohnungen z. B. nach einer Trennung, für viele nicht mehr leistbar sind. Daher versuchen wir bei bestehenden Objekten zu verdichten bzw. neu zu bauen – was bei den Anrainern nicht immer auf Gegenliebe stößt.

In welchen Bereichen gibt es Veränderungen, auf die besonders geachtet werden muss?

Besonders ist der Bereich der Wärmedämmung, da sich die Vorgaben hier ständig verändern und auch weil sich der Bereich stark auf die Kosten schlägt.

Wohnen im Wandel – welche Veränderungen nehmen Sie wahr?

Wir bauen in letzter Zeit eher kleinere Wohnungen, weil sie billiger und damit auch leichter verwertbar sind. Durch unsere Nähe zu Graz haben wir kein Problem Wohnungen zu vergeben.

Spielt Digitalisierung im gemeinnützigen Wohnbau eine Rolle?

Wir nutzen die Digitalisierung z. B. zur Visualisierung von Objekten. So können Interessenten die Wohnungen bereits „besichtigen“ bevor sie überhaupt gebaut wurden.