Wohnblicke – das aktuelle Interview

Günter Haslebner von der Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten Judenburg spricht im Interview über Wohnen im Wandel und Digitalisierung.

Günter Haslebner, Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten Judenburg

Günter Haslebner, Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten Judenburg

(Fotocredit: Foto Hruby Zeltweg)

Vor welchen Herausforderungen steht die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten Judenburg aktuell?

Das Problem ist, dass in unserer Region viele Wohnungen leer stehen und wir eigentlich verpflichtet sind, neue Wohnungen zu schaffen. Wir haben zwar kaum „Leerstände“, andererseits keine Interessenten bzw. Wohnungsanmeldungen für Neubauten. Wir sehen unsere Aufgabe aber auch darin, bestehende Gebäude zu sanieren und damit eine bessere Wohnqualität für unsere Mitglieder zu erhalten.

Derzeit läuft z. B. die Fassadensanierung beim Hochhaus in Judenburg inkl. Installation einer Gemeinschafts-Photovoltaik-Anlage. Aus Sicherheitsgründen mussten die Balkongeländer erneuert werden und aus ökonomischer Sicht werden die Balkonfüllungen durch PV-Platten ersetzt. Der daraus erzielbare Strom wird den Mietern kostenlos zur Verfügung gestellt. Das beschäftigt uns aktuell.

Wohnen im Wandel – wie nehmen Sie das wahr?

Der Trend zu mehr Wohnqualität bzgl. der Wohnungsausstattung steigt. Es gibt heute natürlich mehr Auswahl als noch vor vielen Jahren. Beim Bau unseres Hochhauses vor 55 Jahren ging es hauptsächlich darum, der Wohnungsnot entgegen zu wirken und die Wohnungssuchenden waren mit einer einfachen Ausstattung der Wohnung zufrieden. Heute müssen Parkettböden, Küchenblöcke etc. vorhanden sein.
Wir, als eine kleine Genossenschaft, bemerken im täglichen direkten Kontakt mit unseren Mitgliedern, dass ökologische Aspekte immer wesentlicher werden. Es besteht nicht nur der Wunsch „im Grünen“ zu wohnen, sondern auch die Erhaltung der Natur ist wichtig.

Spielt Digitalisierung zum Beispiel bei der Planung im gemeinnützigen Wohnbau eine Rolle?

Der Trend geht dahin, Baupläne zu digitalisieren, was auch die Einreichungen erleichtert. Aber in der Praxis ist es hilfreich, dass man sich die Konstruktionen auf einem gedruckten Papier vollständig ansehen kann.