Virtuelle Lebensräume

Wie werden die technischen und digitalen Entwicklungen das Wohnen und Leben beeinflussen? Um diese Frage dreht sich die „Living 2038“-Studie und nach dieser sitzen wir in 20 Jahren mehr auf dem Sofa in unserer Wohnung und erleben die Welt dank Virtual Realityrrr-Brille. Digitale Überwachungstools für das Zuhause und Roboter ziehen bis dahin ebenso bei uns ein.

Trainings-Apps spielen schon heute eine große Rolle. Selbstoptimierung liegt im Trend und dafür holt man sich gerne digitale Unterstützung und Inspiration. In Zukunft erwarten uns auch Trainingskonzepte und Selbstcoaching für mehr mentale Stärke, weil die in der modernen Welt immer stärker gefragt sei, meint Trendforscher Peter Wippermann. Im Rahmen der Zukunftsstudie „Living 2038“, mit der man der Frage nachging, wie Deutschland übermorgen leben wird, wurden Experten ebenso wie Schüler und Studenten zu ihren Erwartungen befragt. Dass die Ergebnisse auch auf Österreich übertragbar sind, liegt auf der Hand.

Medialisierung der Wohnung

Veränderung ist in unserem Wohnumfeld angesagt. 40 Prozent der Befragten der „Living 2038“-Studie können sich vorstellen, Haushaltsroboter zu nutzen, die für sie den Haushalt erledigen und sie bedienen. Durch die Sprachsteuerung sind die Helfer unsichtbar immer im Hintergrund und auf Wunsch abrufbar. Digitalen Assistenten kommen in allen Detailbereichen immer mehr Aufgaben zu und sie könnten künftig sogar automatisch die Musik dank Sensoren an unserer Kleidung an unsere Stimmung anpassen: Die künstliche Intelligenz lässt grüßen. Butler-Bots nennen sich die digitalen Umsetzungen der „Heinzelmännchen“ aus den Geschichten von einst. Gleichzeitig sorgt das Durchdringen der Technologien bis in unsere privatesten Räume für ein wachsendes Bedürfnis nach Sicherheit. Daher ist die Überwachung selbstverständlich ein enormes Thema. Paradox, aber auch hier sind es natürlich Sensoren, die Einbrecher ertappen und selbst aus der Ferne über Alexa und Co gesteuert werden.

My home is my castle

Obwohl der Wohnraum tendenziell kleiner wird, werden wir das heimische Sofa im Jahr 2038 vielleicht nicht mehr so oft verlassen wollen. Dank Virtual Reality-Brille lässt sich von hier aus nämlich nicht nur sprichwörtlich die ganze Welt erobern. Weil touristische Hotspots mittlerweile überlaufen sind und auch das Sicherheitsgefühl teilweise sinkt, gewinnt die virtuelle Eroberung um einiges an Attraktivität. Und selbstverständlich kann man sich die digitale Welt auch so designen, wie man sie gerne möchte und ist nicht abhängig von der Realität.

Wohnen für Selbermacher

„Do it yourself“ – kurz DIY – ist schon länger in aller Munde. Die „Living 2038“-Studie prognostiziert, dass dieser Trend ein langlebiger ist. Kein Wunder, schließlich wachsen die Möglichkeiten enorm: zum Beispiel für Reparaturen aller Art. Nicht nur, dass wir uns heute bereits per YouTube über Bedienungsanleitungen und Anweisungen für Reparaturen informieren können, künftig macht es etwa der 3D-Drucker auch noch möglich, dass wir Ersatzteile einfach ausdrucken und damit Defektes gleich selbst tauschen können.