Erster Schritt in die richtige Richtung

Erster Schritt in die richtige Richtung

Baustellentafel_GBV

Das steirische Baugesetz wird novelliert. Der Kurs stimmt, für eine sinnvolle Basis benötigt es aber noch zahlreiche weitere Veränderungen. Gefragt ist der Wille zur Vereinfachung und Veränderung.

Eine über Jahrzehnte aufgebaute wahre Flut an Vorschriften hat das Wohnen in der Steiermark immer weniger leistbar gemacht. Dass das steirische Baugesetz in vielen Bereichen über das Ziel schießt, ist allgemein bekannt. Im Interview zur aktuellen Novellierung die Obleute der GBV Steiermark, Christian Krainer und Wolfram Sacherer.

Am 11. März 2014 beschließt der Landtag eine Novellierung des steirischen Baugesetzes. Wie beurteilen die Gemeinnützigen diesen Vorstoß?

Christian Krainer: „Es ist ein erster – allerdings sehr kleiner – Schritt in die richtige Richtung. Um hier wieder zu einer sinnvollen Basis zurückzukommen, wird es allerdings noch mehrere Novellierungen benötigen.“

Wolfram Sacherer: „Wir bleiben allerdings optimistisch, dass das in absehbarer Zeit gelingen wird, denn in den betreffenden Ausschüssen sind die Änderungen schon viel weiter entwickelt als in der vorliegenden Novelle. Leider hemmt hier scheinbar das politische Leben die rasche Weiterentwicklung.“

Was konkret müsste noch verändert werden?

Krainer: „Es ist beispielsweise sinnvoll, 100%-ige Barrierefreiheit für allgemein zugängliche Flächen zu gewährleisten, jedoch die volle Behindertenadaptierbarkeit nur in den Erdgeschoßen zu garantieren, da zB im Brandfall Rollstuhlfahrer den Lift nicht benützen können, was in höheren Geschoßen ein großes Problem darstellt.“

Sacherer: „Ein weiterer Ansatz ist, den verpflichtenden Lift – wenn schon bei 3-geschoßigen Bauten gefordert – an eine höhere Anzahl an Wohneinheiten zu binden, was die Kostenbelastung für den Einzelnen sowohl in der Erstellung als auch im laufenden Betrieb klar senken würde, ohne dass ein Nachteil entstehen würde. Andere Bundesländer dienen hier als gutes Beispiel.“

Wie sieht es im Bereich der Fördersystematik aus?

Krainer: „Auch bei der Fördersystematik muss ein Umdenken einsetzen. Dauerhaft kalkulierbare Mieten müssen das Ziel sein. Von unserem Credo der Projektförderung statt der Subjektförderung werden wir nicht abweichen.“

Und bei der Energieeffizienz?

Sacherer: „Energieeffizienz und Energiesicherheit sind wichtige Themen unserer Zeit. Bei Bauprojekten gilt dabei: entweder richtig oder gar nicht. Wer das Thema halbherzig betrachtet oder auch maßlos übertreibt, zahlt am Ende immer drauf.“