Altern als Herausforderung: Die Gemeinnützigen sind wichtige Partner für die Gemeinden

(Fotocredit: Konstantinov)

Altern und Pflege waren Themen der kommunalen Sommergespräche in Bad Aussee. Vor allem für kleinere Gemeinden bedeutet das Älterwerden der Bevölkerung eine große Herausforderung. Herausforderungen, denen sich die Mitgliedsunternehmen der GBV Steiermark mit spezialisierten und zweckgewidmeten Wohnungsangeboten stellen. „Diese sind wichtige Stützen für die Gemeinschaft“, so die Landesgruppenobmänner Christian Krainer und Wolfram Sacher.

„Soziale Verantwortung rechnet sich für die Gesellschaft“, betont Christian Krainer, Obmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) in der Steiermark: „Eine Verantwortung, der sich die gemeinnützigen Bauträger stellen. Jedes Jahr entsteht so in der Steiermark unter anderem auch Wohnraum für betreutes und betreubares Wohnen.“

Kein leerer Slogan, sondern gelebte Praxis ist das Wahrnehmen der sozialen Verantwortung für die gemeinnützigen Bauvereinigungen. Die Unternehmen leisten mit ihrer barrierefreien Bautätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderung, älteren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Flüchtlingen. „Zusätzlich zur Berücksichtigung von sozialen Bedarfsgruppen im Rahmen der üblichen Wohnungsvergabe haben viele der steirischen GBV-Mitgliedsunternehmen auch spezialisierte, zweckgewidmete Wohnungsangebote. Diese sind quer durch die Steiermark eine wichtige Stütze für die Gemeinschaft und die Strukturen in den Gemeinden“, sagt Wolfram Sacher, Obmann-Stv. der gemeinnützigen Bauvereinigungen in der Steiermark (GBV).
Eine Form der Umsetzung des Mottos „Bauen mit sozialer Verantwortung“ in der Steiermark ist das betreute Wohnen. Der gesellschaftliche und ökonomische Nutzen des betreuten Wohnens für Senioren in der Steiermark wurde 2012 am Beispiel der Organisation „Miteinander leben GmbH“ in der „Studie zum gesellschaftlichen und ökonomischen Nutzen der Miteinander leben“ (SROI-Analyse) belegt.

Die positiven Auswirkungen

Der mit Abstand größte Profit (91 %) entsteht laut Studie für die Bewohnerinnen und Bewohner der untersuchten Standorte für betreutes Wohnen der „Miteinander leben GmbH“. Neben der Verbesserung der Wohnsituation im Vergleich zur ursprünglichen Situation (z. B. durch die Barrierefreiheit der Wohnungen) wurden unter anderem eine Steigerung sozialer Kontakte, ein erhöhtes Sicherheitsgefühl und höheres psychisches Wohlbefinden, aber auch ein verbesserter allgemeiner physischer Zustand erhoben.

Der Ertrag der Investments

Der „Social Return on Investment“ (SROI) stellt wie ein herkömmlicher ROI (Return on Investment) den Ertrag eines Investments dar, berücksichtigt aber die Höhe des Ertrags der getätigten Investitionen sowie Förderungen und Subventionen und ebenso soziale Erträge. Die Studie aus dem Jahr 2012, die vom NPO-Kompetenzzentrum der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) durchgeführt wurde, weist für das betreute Wohnen in den untersuchten steirischen Häusern an insgesamt 15 Standorten einen SROI-Wert von 2,26 aus. Dies bedeutet, dass jeder investierte Euro Wirkungen im monetarisierten Gegenwert von 2,26 Euro schafft.